Investitionsstandort Afghanistan

Afghanistans Wirtschaft wurde während des Krieges fast völlig zerstört. Viele Industrieanlagen müssen vollkommen neu errichtet werden, das gilt u.a. auch für Stromerzeugung und Wasserbewirtschaftung, die teilweise mit Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit rehabilitiert werden.

Afghanistan Goldhändler Bild vergrößern Afghanistan Goldhändler (© picture-alliance/dpa) Im August 2003 wurde die von Deutschland geförderte  Afghan Investment Support Agency (AISA) eröffnet. AISA ist als "One-Stop-Shop" für Investoren konzipiert, unterstützt Investoren bei der Registrierung und berät zu rechtlichen Rahmenbedingungen. AISA hat bislang Investitionen von über einer Milliarde USD registriert. Neben AISA wird auch die ebenfalls von der Bundesregierung unterstützte Afghan Chamber of Commerce and Industry (ACCI) beratend für in Afghanistan registrierte Unternehmen tätig. Im Herbst 2011 wurde auch mit deutscher Unterstützung eine Europäisch-Afghanische Handelskammer (European Chamber of Commerce in Afghanistan (EUCCA) gegründet, welche künftig die Interessen europäischer Unternehmen in Afghanistan wahrnehmen wird.

Inzwischen lockt Afghanistan immer mehr ausländische Investoren an, darunter auch eine Reihe deutscher Unternehmen. Schwerpunktsektoren ausländischer Unternehmen sind die Bauwirtschaft, Telekommunikation, Leichtindustrie, Beratungs- und Dienstleistungen sowie die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Deutsche Investoren sind im Bau- und Infrastruktursektor, der Medizintechnik, der Gastronomie und weiteren Sektoren aktiv. Das Interesse ausländischer Investoren richtet sich zunehmend auch auf den Bergbausektor, dem angesichts bedeutender Vorkommen an Metallen und Erzen, aber auch Erdöl und –gas auch seitens der afghanischen Regierung besonderes Entwicklungspotenzial beigemessen wird.

Afghanistan Markt Bild vergrößern Afghanistan Markt (© picture-alliance/dpa)

2003 wurde mit deutscher Unterstützung ein neues Investitionsgesetz erarbeitet, das seit 2005 in Kraft ist und Schutz vor Diskriminierung, Zoll- und Steuerfragen sowie den Transfer von Kapital von und nach Afghanistan regelt. Am 12.10.2007 ist zudem das Deutsch-Afghanische Investitionsschutzabkommen in Kraft getreten, das Investoren u. a. weit gehenden Schutz vor staatlicher Willkür und Enteignungen bietet.

Die Deutsche Botschaft Kabul informiert Investoren und Wirtschaftsvertreter über die Lage in Afghanistan, insbesondere über die Sicherheit und die wirtschaftliche Situation.  Darüberhinaus vermittelt sie Ansprechpartner in der afghanischen Regierung sowie Wirtschaftsverbänden und unterstützt deutsche Investoren bei der Überwindung bürokratischer Hürden.

Stand 23.11.2011